|
Das Porträt ist zum Chamäleon unter den journalistischen Darstellungsformen geworden. Da es überall und immer zum Einsatz kommt, hüllt es sich in jede erdenkliche Textform. Es gibt das Nachrichtenporträt (wenn ein Unbekannter über Nacht bekannt wurde); das Featureporträt (wenn jemand durch ungewöhnliches Tun zur Nachricht wurde); das Reportageporträt (wenn jemand so bekannt ist, dass nur noch der Blick hinter die Kulissen Neues verspricht); das Kommentarporträt (wenn jemand die Gemüter erhitzt und der Autor die Gründe dafür in dessen Vita findet); ja, sogar das Glosseporträt gibt es (wenn ein Prominenter sich ständig lächerlich macht oder heuchlerisch seine Prinzipien verrät).
Das Buch nimmt eine Bestandsaufnahme diverser Porträttypen vor, skizziert die Anlässe für Porträts, gibt Tipps zur optimalen Recherche, analysiert sprachliche Stereotypen und leitet zu kreativem Umgang mit dem Porträtthema an. Es zeigt zudem, wie häufig nicht mehr nur Menschen porträtiert werden und sammelt Tipps von Profis, die täglich an exponierter Stelle Porträts verfassen oder redigieren.
Die Autoren:
Christian Bleher, Jahrgang 1963, hat in München Germanistik und Philosophie studiert. Seit 1985 arbeitete er als fester freier Mitarbeiter bei der Münchner Abendzeitung und der Süddeutschen Zeitung, darüber hinaus machte er Sportberichte für das Regionalprogramm von SAT.1 und für diverse Rundfunksender. Von 1991 bis 1997 war er Redakteur beim Sport-Informations-Dienst, Redaktion München. Seit 1998 arbeitet er als freier Journalist und Seminartrainer.
Peter Linden, Jahrgang 1959, studierte in München Germanistik und Romanistik. Er arbeitete acht Jahre lang als Sportredakteur bei der Süddeutschen Zeitung in München. Seit 1993 schreibt er als freier Autor, vorwiegend im Reisejournalismus, für die Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, Merian, ADAC special und Sonntag Aktuell. Darüber hinaus arbeitet er als Seminartrainer in der journalistischen Aus- und Weiterbildung. Über die "Sprache des Journalismus" referiert er bei vielen Anbietern publizistischer Bildungsarbeit, unter anderem in den Seminaren der Akademie Berufliche Bildung der deutschen Zeitungsverlage in Bonn. 1998 erschien sein Buch "Wie Texte wirken. Anleitung zur Analyse journalistischer Sprache" bei der ZV Zeitungs-Verlag Service GmbH, seit 2000 in einer zweiten, neubearbeiteten Auflage.
Inhaltsverzeichnis
|