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Es ist ein verblüffendes Faktum: Die Interessenverbände der Medien haben am Wiedererstehen von Presse und Rundfunk nach dem Zweiten Weltkrieg maßgeblich mitgewirkt und auf die Ausgestaltung ihrer politischen und sozialen Rahmenbedingungen Einfluss genommen.
Dennoch hat die kommunikationswissenschaftliche Forschung diesen Organisationen bis in die Gegenwart hinein nur geringe Aufmerksamkeit geschenkt. Eine bis ins Detail gehende Untersuchung der politischen Arbeit der Interessenvertretungen der Medien im vergangenen Vierteljahrhundert fehlt gänzlich. Dies gilt auch für den Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), mit dessen Tätigkeiten sich die vorliegende Studie befasst.
Die Hauptfunktionen des Zeitungsverlegerverbands - Wirtschaftsverband, berufsständige Interessenvertretung und Tarifpartner - definieren die "verbandsimmanenten" Ziele und Grenzen seines kommunikationspolitischen Handelns.
Konkret untersucht diese Arbeit in sieben historisch-deskriptiven Längsschnitten die Politik des Verbandes in jenen Problemfeldern, die die medienbezogene gesellschaftliche Diskussion seit dem Ende der sechziger Jahre bestimmt haben: Pressekonzentration, pressespezifische Mitbestimmung (Verhältnis Verleger - Redakteur und Tendenzschutz) und Verbesserungen der journalistischen Nachwuchsbildung.
Eingehend befasst sich die Studie auch mit der Rolle, die der Verband bei der Entstehung des dualen Rundfunks gespielt hat.
Seine Darstellung stützt der Verfasser nicht nur auf die allgemein zugänglichen Veröffentlichungen des BDZV, der Verband gestattete ihm auch, auf den üblicherweise geschützten Aktenbestand der Geschäftsführung, also Protokolle, Konzepte und Briefwechsel zurückzugreifen, anhand derer sich die verbandspolitischen Entscheidungen im Einzelnen nachvollziehen ließen.
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