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Bernd Sösemann (Hrsg.)

Theodor Wolff - Der Chronist
Krieg, Revolution und Frieden im Tagebuch 1914 bis 1919
Bernd Sösemann

Theodor Wolff - Der Chronist
Band 3
Düsseldorf 1997
Hardcover, 440 Seiten
30,- Euro (inkl. Mwst.)      ISBN 3-430-18562-9

Seine Zeitgenossen bewunderten ihn wegen seines Stils und seiner Sprache, stritten über seine Leitartikel oder attackierten die von ihm getragenen liberalen Ideen und Parteiprogramme: Der Journalist und Publizist Theodor Wolff (1868-1943) gehört zu den bedeutendsten Repräsentanten eines kritischen Journalismus in Deutschland. Er war Chefredakteur des "Berliner Tageblatts" (1906-1933), Mitbegründer der "Deutschen Demokratischen Partei", begehrter Gesprächspartner von Ministern, Botschaftern, Parteiführern und Staatssekretären, und er war ein gern gesehener Gast in den Salons und Klubs der Wilhelminischen Zeit und der Weimarer Republik.

Der vorliegende 3. Band bietet Wolffs Tagebuchaufzeichnungen vom Ersten Weltkrieg, zu den revolutionären Unruhen in Berlin, den Friedensverhandlungen in Versailles und zur Anfangsphase der Weimarer Republik. Es sind eindrucksvolle Zeugnisse eines gut informierten, kritischen und geistvollen Menschen zu den dramatischen Ereignissen in Krieg und Politik, zu den Schwierigkeiten des Alltags, einem Leben in Krieg, Revolution und Frieden und unter der Zensur - seine Zeitung durfte wiederholt nicht erscheinen, und er selbst erhält von den Militärbehörden monatelang Schreibverbot. Die ausführlich wieder gegebene Unterredung mit Reichskanzlern wie Bethmann Hollweg, dem Prinzen Max von Baden oder Philipp Scheidemann, mit Botschaftern wie den Fürsten Bülow oder Lichnowsky oder mit Gerhart Hauptmann, Walther Rathenau oder Albert Ballin zählen zusammen mit den Milieuschilderungen zu den eindrucksvollsten Passagen.

Die Tagebuchauswahl gründet sich auf die 1984 von Bernd Sösemann publizierte wissenschaftliche Edition. Fritz Fischer, Historiker und einer der weltweit besten Kenner dieser Epoche, urteilte damals in der "Zeit": "Der Herausgeber hat die Tagebücher mit der Akribie des Editors einer mittelalterlichen Handschrift bearbeitet (...) und den überzeugenden Nachweis der zeitlichen Nähe zum Ereignis beziehungsweise zum Gespräch erbracht."

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