|
Für die gesamte Medienbranche ist 2002 ein sehr schwieriges Jahr. Die anhaltend schlechte Konjunktur, Ursache für die massiven Einbrüche am Werbemarkt, trifft besonders die Zeitungen mit voller Härte, und dies in einer Zeit des Strukturwandels, der konsequenten Entwicklung vieler Häuser hin zu Medienunternehmen mit Engagements in allen Mediengattungen.
Die Entwicklungen am Werbemarkt und bei den Auflagen, die Position der Zeitung im Mediengefüge sowie die Bedeutung der wirtschaftlichen Lage insgesamt für die Presse werden ausführlich beschrieben im aktuellen Jahrbuch des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) "Zeitungen 2002". Traditionell bildet der Beitrag zur "wirtschaftlichen Lage der deutschen Zeitungen" mit zahlreichen Schaubildern und Tabellen das Herzstück dieses Standardwerks der Branche. Einen zweiten Schwerpunkt bietet die erste umfassende Studie "Zeitung und Internet", die der BDZV gemeinsam mit dem Institut für Demoskopie Allensbach im Frühjahr 2002 angeschoben hat.
Laut der Studie, für die 814 bevölkerungsrepräsentativ ausgewählte Personen im Alter von 14 bis 39 Jahren interviewt wurden, werden Print- und Online-Angebote vorwiegend komplementär genutzt und liegen auch bei ihrer Bedeutung für die Nutzer gleichauf. Eine Ausnahme sind hier allerdings die unter-30-Jährigen, die eher auf Zeitungen als auf das Internet verzichten möchten. Wichtig für die Verlage sind Erkenntnisse zur Beliebtheit der Internetseiten von Tageszeitungen. Laut Studie haben 33 Prozent der 14- bis 39-Jährigen sie bereits besucht. Allerdings werden sie nur von sieben Prozent regelmäßig genutzt. Dabei ist der Großteil der User mit der Qualität zufrieden und bewertet die Aktualität, Gestaltung und Aufmachung sowie die Glaubwürdigkeit des Print- und Online-Angebotes nahezu gleich gut. Die Studie arbeitet auch Defizite bei den Angeboten heraus, beschreibt, für welche Angebote die Nutzer bereit wären, etwas zu bezahlen - und wie viel maximal. Die gesamte Studie soll voraussichtlich im November im ZV Verlag, Berlin, erscheinen. Ein mit zahlreichen Schaubildern versehener Ausschnitt ist schon jetzt im Jahrbuch "Zeitungen 2002" nachzulesen.
Darüber hinaus bietet das Jahrbuch "Zeitungen", das in dieser Form zum 16. Mal erscheint, zahlreiche Fachaufsätze zu einem breit gefächerten Themenspektrum, die Jahreschronik des BDZV sowie Statistiken, Tabellen und Grafiken, die den Nutzwert der 520 Seiten starken Publikation erhöhen. Wie ihre Vorgänger erhebt auch diese Ausgabe den Anspruch, all denen zu dienen, die sich mit den Zeitungen in Deutschland auseinandersetzen wollen. Dabei soll "Zeitungen 2002" als umfassende Informationsquelle zu wichtigen Einzelthemen ebenso wertvolle Hilfe leisten wie als Nachschlagewerk und Service-Instrument für den Medienalltag.
Über Zeitungen und ihre Verbreitung, über neue Märkte und neue Leser berichten im aktuellen Band (s. das Inhaltsverzeichnis): Dieter Keller, Herbert Riehl-Heyse, Christian Eggert, Hans-Jürgen Hippler/Markus Ruppe, Anja Pasquay, Thomas Breyer-Mayländer, Rüdiger Schulz, Katja Riefler, Christoph Nogly, Beate Borstelmann/Ray Min, Burkhard Schaffeld, Helmut Verdenhalven, Dietmar Wolff, Gernot Facius, Ricarda Veigel, Michael Geffken, Annette Milz, Thomas Löffelholz, Ursula Ernst-Flaskamp, Michael Rediske und Christian Resing.
Aus dem Inhalt
|